Die DDR plante Anfang der 50er Jahre in Berlin eine neue Anlage zu bauen, die vor allem zum Senden des DDR-Fernsehens dienen sollte. Seinen Standort in der Mitte Berlins verdankt der Fernsehturm einer zweiten, zunächst vollkommen unabhängigen Planungsinitiative: Nachdem die DDR-Führung das Berliner Schloss gesprengt hatte, wollte sie dort ein architektonisches Symbol für die neue Gesellschaft schaffen. Ein "Regierungs-Hochhaus" im Zuckerbäckerstil sollte entstehen, wurde aber nie gebaut. Die beiden verworfenen Pläne - Sendeanlage in den Müggelbergen und architektonisches Symbol auf dem Schlossplatz - fanden schließlich zusammen und brachten etwas Neues hervor: den Fernsehturm in Berlins Mitte. Der entstand nun aber nicht auf dem Berliner Schlossplatz, wo in den siebziger Jahren der Palast der Republik gebaut wurde, sondern gleich neben dem Alexanderplatz. Einer Anekdote zufolge hat Walter Ulbricht, Parteichef der SED und Staatsoberhaupt der DDR, den Standort 1964 persönlich bestimmt. "Nu, Genossen," soll Ulbricht gesagt haben, als er vor einem Modell von Berlin stand, "da sieht man's ganz genau: Da gehört er hin." Tatsächlich gaben wohl nicht diese Worte Ulbrichts den Ausschlag, sondern der sandige Untergrund, der als Baugrund besser geeignet war als das morastige Gelände des Schlossplatzes an der Spree. Wie dem auch sei: Am 3. Oktober 1969 wurde der Fernsehturm in Betrieb genommen. Nach der Wiedervereinigung 1990 ist der Fernsehturm schnell zu einem Symbol für Gesamtberlin geworden - und einem der beliebtesten Ausflugsziele in Berlin: Mehr als eine Million Menschen besuchen den Fernsehturm pro Jahr. Die Berliner selbst kommen ebenso wie Touristen aus der gesamten Republik und dem Ausland.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen